Weg mit dem Ego

Sieben Schritte, wie man das eigene Ego überwinden kann

13.08.2008 Anke Wanger

Unsere unglücklichsten Momente kommen meist aufgrund unseres Egos zustande - Autor Wayne Dyer zeigt sieben Schritte, wie man das eigene Ego überwinden kann.

Viele Menschen heutzutage wissen kaum noch, wer sind eigentlich sind. In der Welt von Stars und materiellen Dingen, die den eigenen Status, den eigenen Wert bestimmen, ist die eigene Identität fast verloren gegangen.

Die meisten identifizieren sich heute mit ihrem Ego, einem Teil ihrer selbst, das ständig nach Aufmerksamkeit, Geltung und Genugtuung verlangt. Das Ego kommt von nichts je genug, sondern will immer noch mehr: mehr materielle Dinge, mehr Lob, mehr Titel, mehr Ansehen, mehr, mehr, mehr.

Der Autor Wayne W. Dyer beschreibt in seinem Buch „The Power of Intention“ sieben Schritte, mit denen man das eigene Ego unter Kontrolle bekommen und schließlich überwinden kann.

Die 7 sieben Schritte

1. Hören Sie auf, sich angegriffen zu fühlen

Das Benehmen von anderen ist kein Grund, sich an Dingen gehindert oder zurückgehalten zu fühlen. Sucht man Gründe, um sich angegriffen oder beleidigt zu fühlen, so kann man sie an jeder Ecke finden – dies ist jedoch nichts anderes als das Ego, das versucht zu beweisen, dass die Welt nicht so ist, wie sie sein sollte. Fühlt man sich angegriffen, so erzeugt das die gleiche negative Energie wie das Angreifen selbst, und dass führt zu Angriff, Gegenangriff, und schließlich Krieg.

2. Lassen Sie das Bedürfnis los, unbedingt gewinnen zu müssen

Natürlich fühlt es sich gut an, zu gewinnen – die Frage ist nur, für wie lange? Es wird immer jemanden geben, der stärker, schneller, besser ist, und was dann? Die Lösung ist: das Gegenteil von gewinnen ist nicht unbedingt verlieren – und nur verlieren ist die große Angst des Egos. Statt sich mit anderen zu messen, ist es besser sich mit sich selbst zu vergleichen: war ich heute besser als gestern? Habe ich mich gesteigert? Habe ich mehr Energie, Kraft, Zeit rein gesteckt? Die einzige Messlatte, die wirklich zählt, ist man selbst.

3. Lassen Sie das Bedürfnis los, Recht haben zu müssen

Recht zu haben und zu gewinnen ist für das Ego ein und dasselbe. Es kann deshalb helfen, sich in solchen Situationen zu fragen: Will ich unbedingt Recht behalten, oder glücklich sein? Die Beziehung zu der Person gegenüber kann in Gefahr sein, unabhängig davon, wer nun objektiv im Recht ist oder nicht. Das beste ist deshalb manchmal, eine positive Haltung einzunehmen: „Ich werde meinem Gegenüber eine Chance geben, sich besser zu fühlen, indem ich ihm sage, dass er Recht hat, und ihm dafür danke, mich in die richtige Richtung gewiesen zu haben.“

4. Lassen Sie das Bedürfnis los, besser sein zu müssen

Es ist eine alte Weisheit, aber dennoch: Niemand auf diesem Planeten ist besser als jemand anders, wir sind einfach nur verschieden. Deshalb sollte niemand aufgrund seines Aussehens, seiner Leistungen, seiner Besitztümer oder ähnlichem beurteilt werden. Der oder die einzige, mit dem wir uns wirklich messen müssen, sind wir selbst, ob wir Fortschritte auf unserem Weg machen, oder einfach auf der Stelle treten.

5. Lassen Sie das Bedürfnis los, immer noch mehr haben zu müssen

Das Ego will immer noch haben; es bekommt nie genug. Durch das ständige Streben nach mehr wird es unmöglich, jemals anzukommen. Tatsächlich ist es aber so, dass wir längst angekommen sind – im Jetzt. Der einzige Moment, der zählt, ist das Jetzt – die Vergangenheit ist vorbei, und die Zukunft ist immer morgen… Es gilt, die Dinge zu schätzen, die da kommen.

6. Hören Sie damit auf, sich nur mit Ihren Leistungen zu identifizieren

Natürlich gilt es, dankbar zu sein für die Begabungen, die wir erhalten haben, die Motivation, die uns dazu bringt, diese Begabungen zu nutzen, und die Dinge, die wir damit geschaffen haben. Aber genau das ist es: wir haben diese Dinge geschaffen – aber wir sind nicht die Lieder, die Geschichten, die Statuen, die akademischen Grade, die wir kreiert haben. Wir können auch ohne sie leben, aber sie nicht ohne uns.

7. Lassen Sie Ihren Ruf los

Unser Ruf hat nichts mit uns zu tun, er entsteht in den Köpfen der Menschen um uns herum. Fragt man dreißig Leute, so wird man dreißig verschiedene Meinungen erhalten. Es gilt deshalb, dem eigenen Ruf keine große Bedeutung zuzuschreiben – er ist etwas dass wir nicht beeinflussen können; warum es also versuchen? Oder wie es ein Buchtitel so schön formuliert: „Was Du von mir denkst ist nicht mein Problem…“

Diese sieben Schritte sind natürlich nicht von heute auf morgen umzusetzen; es bedarf Zeit und Disziplin. Das wichtigste ist jedoch, sich dieser Probleme des Egos bewusst zu sein – man ändert nur Dinge gezielt ändern, deren man sich auch bewusst ist…

Der Artikel Weg mit dem Ego in Persönlichkeitsentwicklung unterliegt dem Urheberrecht. Jegliche Verwendung dieses Textes, auch auszugsweise, erfordert die vorherige schriftliche Erlaubnis des Autors. Autor des Artikels Weg mit dem Ego ist Anke Wanger.
;